Malawi-Aktion von FfF-Wennigsen am 19.12.2021 an der Sonnenuhr

Quelle des Nachfolgenden HAZ+ 20.12.2021 Von Jennifer Krebs

https://www.haz.de/Umland/Wennigsen/Wennigsen-Fridays-for-Future-will-Baeume-pflanzen-in-Malawi

Fridays for Future will 974 Bäume pflanzen in Malawi

Gemeinsam gegen den Klimawandel: Fridays for Future Wennigsen will in Malawi fast 1000 Bäume pflanzen. Um Geld für diese Aktion zusammenzubekommen verkauft die Initiative Streichholzschachteln gefüllt mit Sonnenblumenkernen.
Fridays für Future Wennigsen unterstützt Malawi in Südostafrika und hat am Montag an der Sonnenuhr Streichholzschachteln mit Sonnenblumenkernen verkauft. Die Idee: Über die hannoversche Klimaschutzorganisation Janun soll das Geld dann konkret für die Anpflanzung von Bäumen in Malawi eingesetzt werden. Das Ziel seien 974 Bäume – „unsere Postleitzahl“, erklärte Elias Arris-Schaal (14). Nicht nur die jungen Leute von Fridays for Future, auch die Initiative Wennigsen for Future wird mit anderen Aktionen dabei helfen, das genügend Geld für fast 1000 Bäume zusammenkommt.

Malawi verliert seinen Wald

Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und hat zugleich eine der höchsten Entwaldungsraten. Jährlich verliert es fast drei Prozent seiner Wälder. Das kleine Land ist akut von Wüstenbildung und dem kompletten Verlust der heimischen Natur bedroht. Mit dem Wald verschwindet die einzigartige Artenvielfalt Malawis – und das für immer. Auch die Menschen spüren die Konsequenzen, wenn der Wald verschwindet. Immer öfter sind sie von Dürren in der Trockenzeit und Überschwemmungen in der Regenzeit betroffen. Die zunehmende Brennstoffknappheit lässt zudem die Preise für Holz und Kohle horrend ansteigen und das in einem Land, in dem 40 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem Dollar am Tag leben.
Die Streichholzschachteln gingen am Montag gut weg. Preis pro Stück: 3 Euro. So viel kostet es, in Malawi einen Baum zu pflanzen. Schöne Geste kurz vor Weihnachten: Ebay hätte ihnen die Schachteln zur Verfügung gestellt, erzählten die Jugendlichen. Von den Passanten gab es viel Zuspruch. „Das ist eine tolle, nachhaltige Aktion und ein Ausdruck von Klimagerechtigkeit“, sagte etwa Detlev Krüger-Nedde, der zwölf Jahre lang Wennigsens ehrenamtlicher Klimaschutzbeauftragter gewesen ist. Er findet es richtig, nicht nur hier „bei uns für Klimaschutz zu werben“, sondern auch andere Ländern gegen den Klimawandel zu stärken.

Kanal auf Instagram

Die Fridays-for-Future-Gruppe gibt es in Wennigsen jetzt seit zweieinhalb Jahren. Momentan ist sie zwar nicht mehr ganz so groß. Einige aus der Gruppe hätten inzwischen Abitur gemacht und seien weggezogen. Auch Corona habe das Engagement zuletzt etwas gebremst. „Im Lockdown hatten wir gar keine Möglichkeiten, außer über Social Media“, sagt Elias. Die Gruppentreffen jeden Donnerstag finden seit Langem nur noch online statt. Auf ihrem Instagram-Kanal fridaysforfuture_wennigsen halten die jungen Leute Interessierte darüber auf dem Laufenden, was gerade so ansteht.
Worum es den jungen Leuten geht: „Wir wollen dazu bewegen, mehr fürs Klima zu tun, und die Politik zum Handeln bewegen“, sagt Hannah Knye (17). Die Jugendlichen haben das Gefühl, dass sich in dieser Hinsicht durchaus einiges erreichen ließe. „Wir fühlen uns gehört und auch ernst genommen“, sagt Elias. Yola Kreitlow (16) überschlägt schnell im Kopf: Vier von elf Mitgliedern im neuen Jugendparlament seien auch Mitglied bei Fridays for Future, sagt sie. Und: Im neuen Rat der Gemeinde Wennigsen habe Fridays for Future jetzt einen beratenden Sitz im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz.