Im Rahmen der Pullacher Aktionswoche „17 Tage – 17 Ziele“ öffnete das Tiny Popup in Baierbrunn/Buchenhain seine Türen – und lud zu einer spannenden Führung ins Tiny House ein. Thema des Tages: Wie hängt kleines, nachhaltiges Wohnen mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) zusammen? Und was kann jede:r von uns ganz konkret im Alltag beitragen?
Jonas Bischofberger, der das Tiny House gemeinsam mit seiner Partnerin Felicia Rief selbst geplant, gebaut und bewohnt, führte die Besucher persönlich durch das Haus und teilte spannende Einblicke.

Zum Einstieg suchte sich jeder Teilnehmer eines der 17 SDGs aus – und brachte eine Frage oder Beobachtung dazu ein u.a.:
Keine Armut
→ Im Großraum München sind Einfamilienhäuser kaum noch leistbar. Welche neuen Wohnformen braucht es stattdessen?
Sauberes Wasser
→ Wie gehen wir in Zukunft bewusster mit Wasser um – gerade beim Wohnen?
Nachhaltiger Konsum und Produktion
→ Wie lebt es sich mit weniger Dingen? Und wie kann Minimalismus den Alltag entschleunigen?
Nachhaltige Städte und Gemeinden
→ Warum stoßen innovative Bauideen oft auf Widerstand – und wie kann man das ändern?
Hochwertige Bildung
→ Wie kann Bildung zu mehr Nachhaltigkeit führen? Etwa durch Veranstaltungen wie diese – oder durch Schulklassen, die das Projekt besuchen.
Im Tiny House wird vieles davon konkret umgesetzt – und genau das machte die Führung so anschaulich:
Grauwasser wird recycelt: Eine selbst gebaute Pflanzenkläranlage in der Wand reinigt das Duschwasser, das danach im Garten weiterverwendet wird.


Strom vom Dach: Der gesamte Strombedarf wird über Solarmodule auf der Terrassenüberdachung gedeckt.

Ein Holzofen in der Küche und passive Solarwärme durch clever platzierte Fenster halten das Haus warm.


Gebaut wurde auf Basis natürlicher Stoffe wie Holz und Hanf – nachhaltig und atmungsaktiv. Der Energiebedarf ist sehr gering. Das Haus kommt auf nur 23 Watt pro Person – ein Vorzeigewert nach dem Prinzip der 2000-Watt-Gesellschaft.

Jonas erzählte, wie das Haus durchdacht genutzt wird – zum Beispiel die Schubladen unter der Treppe für Vorräte. Der begrenzte Platz führt ganz automatisch dazu, dass nur Dinge angeschafft werden, die man wirklich braucht. Die beiden messen aktiv ihren Strom- und Wasserverbrauch – zum Beispiel in der Dusche mit einem Extra-Messgerät. Das führt ganz automatisch zu einem bewussteren (und sparsameren) Umgang mit Ressourcen.

Eine Kompost-Trenntoilette, die kein Wasser verbraucht und nährstoffreiche Erde produziert. Keine Waschmaschine im Haus – stattdessen wird die Wäsche in der Nachbarschaft mitgewaschen. Der Garten ist natürlich integriert – mit alten Bäumen, Gemüsebeeten und einer Benjeshecke aus gesammeltem Restholz.



Ein großes Dankeschön an Jonas Bischofberger für die vielen offenen Einblicke und praktischen Tipps.
Noch mehr Infos und Bilder zum Projekt gibt’s hier:
https://tinypopup.de/tiny-house-muenchen/